Wie rechnet man seinen Schweizer Kunden ab?
Schweiz #Ausländische Kunden fakturieren

Wie rechnet man seinen Schweizer Kunden ab?

4 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Um einen Schweizer Kunden rechtskonform abzurechnen, hängt die steuerliche Behandlung ausschließlich vom Incoterm, von der Art des Umsatzes (Waren oder Dienstleistungen) und vom Ort des Geschäfts ab. Im klassischen B2B (DAP) stellen Sie eine Rechnung ohne Steuer aus, wobei der Käufer die Zollabgaben trägt. Bei DDP oder beim Überschreiten der weltweiten Umsatzschwelle von 100 000 CHF wird die Steuerpflicht zwingend und Sie müssen die Schweizer MwSt von 8,1 % (Normalsatz 2026) anwenden. In diesen Importkonstellationen ist die Bestellung eines Steuervertreter in der Schweiz der einzige strategische Hebel, um eine Blockade Ihrer Waren durch den Zoll zu vermeiden und Ihre Registrierung bei der ESTV abzusichern.

Ich bin Jim, MwSt-Spezialist bei Eurofiscalis. Ich begleite französische und internationale Unternehmen bei der Absicherung ihrer Geschäfte in Europa.

Illustration : facture, tampon et ordinateur

Einen Schweizer Kunden für einen Warenexport abrechnen: DAP oder DDP?

Schritt 1/7

Land der Rechnungsstellung oder Besteuerung

Dieses Tool hilft Ihnen, den USt-Hinweis und die Pflichtangaben zu ermitteln, die auf Ihrer Rechnung erscheinen müssen. Wählen Sie zunächst das betreffende Land.

Lokale USt
MWST/TVA/IVA
Sätze
8,1 % · 2,6 % (réduit), 3,8 % (hébergement)
Format der USt-IdNr.
CHE-123.456.789 MWST
Steuerwährung
CHF

Die Wahl der Incoterms DDP DAP bestimmt unmittelbar, welche Partei als Importeur auftritt und wer für die Erhebung der MwSt in der Schweiz zuständig ist. Für ausländische Unternehmen ist die Benennung eines Fiskalvertreter in der Schweiz häufig Pflicht.

Wie rechnet man einen Schweizer Kunden mit DAP (Delivered At Place) ab?

Bei einer DAP-Sendung übernimmt der Schweizer Käufer die Zollformalitäten und die Zahlung der Einfuhrsteuer. Sie stellen eine Rechnung ohne MwSt aus. Der Vorgang gilt als steuerbefreiter Export. Um einen Schweizer Kunden aus Frankreich ohne MwSt abzurechnen, müssen Sie lediglich sicherstellen, dass Ihr Kunde über eine Unternehmens-Identifikationsnummer (UID) für die Verzollung verfügt. Der Schweizer Zoll (EU-Export) wickelt den Vorgang direkt mit Ihrem Endkunden ab.

Wie rechnet man einen Schweizer Kunden mit DDP (Delivered Duty Paid) ab?

Bei DDP übernehmen Sie alle steuerlichen Pflichten bis zur physischen Lieferung beim Kunden, was Sie zur Registrierung verpflichtet. Sie treten rechtlich als Importeur auf. Um unter diesem Incoterm in die in die Schweiz importieren einzuführen, müssen Sie zwingend eine lokale MwSt-Nummer erhalten, die Einfuhrsteuer am Zoll entrichten, sie über Ihre Abrechnung zurückholen und anschließend eine Rechnung mit Schweizer MwSt für ein EU-Exportunternehmen ausstellen (zum Satz von 8,1 % oder reduziert auf 2,6 %).

Wie rechnet man einen E-Commerce-Verkauf an einen Schweizer Kunden ab?

Die Schweizer Versandhandelsregelung zielt gezielt auf Kleinsendungen mit geringem Wert ab (deren berechnete Einfuhrsteuer unter 5 CHF liegt). Wenn Ihr Unternehmen mehr als 100 000 CHF weltweiten Umsatz erzielt und solche kleinen Pakete versendet, ist die Eintragung ins Schweizer MwSt-Register sofort verpflichtend. Sie gelten nicht mehr als jemand, der einen klassischen Export durchführt, sondern einen Inlandsverkauf. Sie müssen den E-Commerce-Verkauf aus dem Ausland in die Schweiz abrechnen und ab dem ersten Rappen die lokale MwSt ausweisen sowie diese Beträge periodisch deklarieren. Für Pakete mit höherem Wert gilt die klassische Einfuhrregel.

Gibt es Unterschiede zwischen der Abrechnung von Produkten und Dienstleistungen in der Schweiz?

Bei immateriellen Leistungen bestimmen die Substanz des Vorgangs und der Ort des Verbrauchs die Besteuerungsregel. Bei klassischen B2B-Dienstleistungen (Beratung, IT, Marketing) verlegt die allgemeine Regel den Besteuerungsort an den Sitz des Leistungsempfängers. Es handelt sich um eine steuerfreie internationale Rechnungsstellung in die Schweiz. Im B2C (an eine Privatperson) gelten spezifische Regeln je nach Art der Dienstleistung (insbesondere für elektronische Dienstleistungen, die eine Registrierung erfordern).

Eine in der Schweiz physisch erbrachte Dienstleistung (wie Bauarbeiten, Gastronomie oder eine Veranstaltung auf Schweizer Boden) weicht jedoch von dieser Regel ab. Die Steuer ist dort geschuldet, wo die Tätigkeit physisch stattfindet.

Lokaler Verkauf in der Schweiz und Pflichten aus dem Ausland: An- und Verkauf

Ein An- und Verkauf auf Schweizer Boden, ohne dass die Ware die Grenze überquert, erfordert eine steuerliche Registrierung, wenn Ihre weltweiten Einnahmen 100 000 CHF übersteigen. Nicht registrierte ausländische Unternehmen können das Reverse-Charge-Verfahren für den lokalen Warenverkauf nicht nutzen. Sie müssen eine MwSt-Nummer in der Schweiz erhalten, Ihre Ware inklusive MwSt beziehen, die Vorsteuer zurückholen und Ihren Endkunden mit dem anwendbaren Satz weiterberechnen. Die Rechnungspflichten für lokale Verkäufe in der Schweiz sind streng identisch mit denen eines in Genf oder Zürich ansässigen Unternehmens.

Welche Pflichtangaben gehören auf eine Schweizer Rechnung?

Das Schweizer MwSt-Gesetz (MWSTG) verlangt einen chirurgisch präzisen Formalismus, um die Abzugsfähigkeit der Steuer durch Ihren Kunden zu gewährleisten und Ihre Exportströme zu validieren.

Hier ist die Vorlage einer Schweizer Exportrechnung mit Pflichtangaben, die Sie für volle Konformität einhalten müssen, im Vergleich zu einer lokalen Rechnungsstellung: Erfahren Sie, wie Sie eine Schweizer MwSt-Nummer beantragen erhalten.

Eine MWSTG-konforme Schweizer Rechnung ist Ihr erster Schutzwall im Falle einer Kontrolle durch die ESTV. Siehe unseren Leitfaden zur DDP in die Schweiz verkaufen.

Exportnachweise der ESTV: Welche Belege müssen Sie aufbewahren?

Ohne formellen Nachweis über den Austritt aus dem europäischen Gebiet oder den Eintritt in das Schweizer Gebiet wird Ihre Heimatsteuerverwaltung oder die ESTV den Vorgang umqualifizieren und die Zahlung der Steuer verlangen. Um Ihre Buchhaltung abzusichern und zu belegen, wie man ohne Schweizer MwSt abrechnet, müssen Sie zwingend die elektronische Ausfuhrzollanmeldung (Einheitsdokument/e-dec) einholen, die vom Ausgangszollamt visiert wurde. Bloße Lieferscheine oder Speditionsrechnungen reichen nicht aus. Der Leitfaden zur MwSt in der Schweiz und die Handelsgesetze schreiben die Archivierung dieser Belege für die Schweizer Exportverwaltung über 10 Jahre vor. Einen vollständigen Überblick bietet unser Leitfaden zur Mehrwertsteuer in der Schweiz.

Für Ihre laufenden Meldepflichten: MWST-Erklärung Schweiz.

Betroffene Länder


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Über den Autor

Jimmy Sagnier

Business Developer

Als Business Developer bei Eurofiscalis unterstützt Jimmy Sagnier E-Commerce-Unternehmen und international tätige Firmen beim Verständnis der europäischen Mehrwertsteuervorschriften. Dank seiner praktischen Erfahrung erklärt er komplexe Steuerth­emen — steuerliche Vertretung, Intrastat, OSS — verständlich und praxisnah, damit Unternehmen konform und sicher im Auslandsgeschäft agieren können.