MwSt in Großbritannien nach dem Brexit: Verkauf in DDP richtig absichern
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MwSt in Großbritannien nach dem Brexit: Verkauf in DDP richtig absichern

2 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Seit dem Brexit ist ein Verkauf nach Großbritannien in DDP kein einfacher innergemeinschaftlicher Warenverkehr mehr. Sie organisieren eine Ausfuhr aus der EU, eine Einfuhr in Großbritannien und oft auch eine britische MwSt-Pflicht. Ausländische Unternehmen können einen Fiskalvertreter im Vereinigten Königreich mit ihrer umsatzsteuerlichen Registrierung und ihren Meldungen beauftragen.

DDP ist für Kunden komfortabel: keine Zollüberraschung, klare Endpreise, bessere Conversion. Für den Verkäufer bedeutet DDP aber Zollformalitäten, Einfuhrumsatzsteuer, UK VAT registration, EORI GB und HMRC-Erklärungen.

Ich bin Jim, MwSt-Spezialist bei Eurofiscalis. Ich begleite französische und internationale Unternehmen bei der Absicherung ihrer Geschäfte in Europa.

Illustration : port, conteneurs et grue — importation
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DDP nach Großbritannien: warum der Brexit alles verändert hat

Seit dem Brexit ist Großbritannien für EU-Unternehmen zollrechtlich ein Drittland. Eine Lieferung in DDP nach London, Manchester oder Birmingham ist heute eine Export-Import-Operation Einen erfahrenen Fiskalvertreter im Vereinigten Königreich hinzuzuziehen empfiehlt sich frühzeitig.

  • Ausfuhranmeldung aus der EU.
  • Einfuhranmeldung in Großbritannien.
  • Zolltarifierung nach Warencode.
  • Prüfung des Warenursprungs.
  • Einfuhrumsatzsteuer und britische MwSt-Verpflichtungen.

Wann UK VAT bei DDP-Verkäufen anfällt

UK VAT wird relevant, sobald der Verkäufer wirtschaftlich auf britischem Boden liefert oder dort eine steuerbare Transaktion ausführt. Bei DDP ist dieses Risiko besonders hoch, weil der Verkäufer die Einfuhr häufig selbst organisiert.

  • DDP-Verkauf an britische Kunden.
  • Lagerbestand in Großbritannien.
  • E-Commerce- oder Marketplace-Sendungen bis 135 GBP.
  • Lokale Käufe und Wiederverkäufe im UK.
  • Waren mit Installation oder Montage.

Die britischen MwSt-Sätze

Der normale britische MwSt-Satz beträgt 20 %. Der ermäßigte Satz beträgt 5 % und betrifft unter anderem bestimmte Gas-, Strom- und Brennstoffprodukte.

Der 0%-Satz gilt für bestimmte Waren und Leistungen wie Zeitungen, die meisten Lebensmittel, öffentlicher Personenverkehr, verschreibungspflichtige Medikamente, Bücher und Kinderkleidung.

GB VAT number und Registrierung

Für DDP-Verkäufe nach Großbritannien ist eine GB VAT number häufig notwendig. Ohne britische MwSt-Registrierung können Sie die Import- und Weiterverkaufsstruktur oft nicht korrekt abbilden. Wie Sie Britische Kunden unter DDP fakturieren, erklärt unser Leitfaden.

Die Anmeldung kann über einen britischen Steueragenten oder direkt über den HMRC VAT Application Process erfolgen. Der normale Bearbeitungszeitraum liegt oft bei 4-6 Wochen, kann aber 8-9 Wochen erreichen.

  • Handelsregisterauszug.
  • Satzung oder Gesellschaftsvertrag.
  • Identitätsnachweis des Geschäftsführers.
  • Bescheinigung über die MwSt-Unternehmereigenschaft im Ansässigkeitsland.

EORI GB und Zollunterlagen

Für DDP-Lieferungen nach Großbritannien brauchen Sie in der Regel eine EORI GB. Diese Nummer identifiziert Ihr Unternehmen gegenüber den britischen Zollbehörden. Die benötigten Unterlagen listet unser Leitfaden zu Dokumente für den Import nach Großbritannien.

  • Importeur der Ware.
  • Warencode.
  • Zollwert.
  • Ursprung.
  • Incoterm DDP.
  • Transport- und Rechnungsdaten.

Ursprung und Zölle

Das Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und dem UK kann Zölle reduzieren oder aufheben. Das gilt aber nur für Waren mit präferenziellem EU- oder UK-Ursprung und mit korrektem Nachweis.

Ware aus China, die nur in Frankreich oder Deutschland gelagert wurde, wird dadurch nicht automatisch zu EU-Ursprungsware.

PIVA und UK VAT returns

PIVA steht für Postponed Import VAT Accounting. Damit können in Großbritannien umsatzsteuerlich registrierte Importeure die Einfuhrumsatzsteuer über die UK VAT return abrechnen. Siehe unseren Leitfaden zur Einfuhrumsatzsteuer im Vereinigten Königreich.

UK VAT returns werden digital eingereicht, meist über Making Tax Digital kompatible Software. Die Periodizität muss im HMRC-Konto geprüft werden. Erfahren Sie, wie Sie eine Umsatzsteuernummer im Vereinigten Königreich erhalten.

Nordirland: die XI-Ausnahme

Nordirland wird für Waren weiterhin gesondert behandelt. Für bestimmte Warenbewegungen kann ein XI-Code relevant sein, während Großbritannien mit GB VAT und EORI GB arbeitet. Einen vollständigen Überblick bietet unser Leitfaden zur Mehrwertsteuer im Vereinigten Königreich.


Häufige Fragen

Muss ich mich für UK VAT registrieren, wenn ich in DDP verkaufe?

Sehr häufig ja, besonders wenn Sie als Verkäufer die Einfuhr organisieren, Waren im UK lagern oder nach dem Import lokal weiterverkaufen.

Reicht eine EU-USt-IdNr für Großbritannien?

Nein. Nach dem Brexit können eine GB VAT number, eine EORI GB und britische HMRC-Erklärungen erforderlich sein.

Was ist PIVA in Großbritannien?

PIVA erlaubt registrierten UK-Importeuren, die Einfuhrumsatzsteuer in der UK VAT return zu erklären, statt sie direkt bei der Einfuhr zu zahlen.

Betroffene Länder


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Über den Autor

Jimmy Sagnier

Business Developer

Als Business Developer bei Eurofiscalis unterstützt Jimmy Sagnier E-Commerce-Unternehmen und international tätige Firmen beim Verständnis der europäischen Mehrwertsteuervorschriften. Dank seiner praktischen Erfahrung erklärt er komplexe Steuerth­emen — steuerliche Vertretung, Intrastat, OSS — verständlich und praxisnah, damit Unternehmen konform und sicher im Auslandsgeschäft agieren können.