DDP nach Großbritannien: warum der Brexit alles verändert hat
Seit dem Brexit ist Großbritannien für EU-Unternehmen zollrechtlich ein Drittland. Eine Lieferung in DDP nach London, Manchester oder Birmingham ist heute eine Export-Import-Operation Einen erfahrenen Fiskalvertreter im Vereinigten Königreich hinzuzuziehen empfiehlt sich frühzeitig.
- Ausfuhranmeldung aus der EU.
- Einfuhranmeldung in Großbritannien.
- Zolltarifierung nach Warencode.
- Prüfung des Warenursprungs.
- Einfuhrumsatzsteuer und britische MwSt-Verpflichtungen.
Wann UK VAT bei DDP-Verkäufen anfällt
UK VAT wird relevant, sobald der Verkäufer wirtschaftlich auf britischem Boden liefert oder dort eine steuerbare Transaktion ausführt. Bei DDP ist dieses Risiko besonders hoch, weil der Verkäufer die Einfuhr häufig selbst organisiert.
- DDP-Verkauf an britische Kunden.
- Lagerbestand in Großbritannien.
- E-Commerce- oder Marketplace-Sendungen bis 135 GBP.
- Lokale Käufe und Wiederverkäufe im UK.
- Waren mit Installation oder Montage.
Die britischen MwSt-Sätze
Der normale britische MwSt-Satz beträgt 20 %. Der ermäßigte Satz beträgt 5 % und betrifft unter anderem bestimmte Gas-, Strom- und Brennstoffprodukte.
Der 0%-Satz gilt für bestimmte Waren und Leistungen wie Zeitungen, die meisten Lebensmittel, öffentlicher Personenverkehr, verschreibungspflichtige Medikamente, Bücher und Kinderkleidung.
GB VAT number und Registrierung
Für DDP-Verkäufe nach Großbritannien ist eine GB VAT number häufig notwendig. Ohne britische MwSt-Registrierung können Sie die Import- und Weiterverkaufsstruktur oft nicht korrekt abbilden. Wie Sie Britische Kunden unter DDP fakturieren, erklärt unser Leitfaden.
Die Anmeldung kann über einen britischen Steueragenten oder direkt über den HMRC VAT Application Process erfolgen. Der normale Bearbeitungszeitraum liegt oft bei 4-6 Wochen, kann aber 8-9 Wochen erreichen.
- Handelsregisterauszug.
- Satzung oder Gesellschaftsvertrag.
- Identitätsnachweis des Geschäftsführers.
- Bescheinigung über die MwSt-Unternehmereigenschaft im Ansässigkeitsland.
EORI GB und Zollunterlagen
Für DDP-Lieferungen nach Großbritannien brauchen Sie in der Regel eine EORI GB. Diese Nummer identifiziert Ihr Unternehmen gegenüber den britischen Zollbehörden. Die benötigten Unterlagen listet unser Leitfaden zu Dokumente für den Import nach Großbritannien.
- Importeur der Ware.
- Warencode.
- Zollwert.
- Ursprung.
- Incoterm DDP.
- Transport- und Rechnungsdaten.
Ursprung und Zölle
Das Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und dem UK kann Zölle reduzieren oder aufheben. Das gilt aber nur für Waren mit präferenziellem EU- oder UK-Ursprung und mit korrektem Nachweis.
Ware aus China, die nur in Frankreich oder Deutschland gelagert wurde, wird dadurch nicht automatisch zu EU-Ursprungsware.
PIVA und UK VAT returns
PIVA steht für Postponed Import VAT Accounting. Damit können in Großbritannien umsatzsteuerlich registrierte Importeure die Einfuhrumsatzsteuer über die UK VAT return abrechnen. Siehe unseren Leitfaden zur Einfuhrumsatzsteuer im Vereinigten Königreich.
UK VAT returns werden digital eingereicht, meist über Making Tax Digital kompatible Software. Die Periodizität muss im HMRC-Konto geprüft werden. Erfahren Sie, wie Sie eine Umsatzsteuernummer im Vereinigten Königreich erhalten.
Nordirland: die XI-Ausnahme
Nordirland wird für Waren weiterhin gesondert behandelt. Für bestimmte Warenbewegungen kann ein XI-Code relevant sein, während Großbritannien mit GB VAT und EORI GB arbeitet. Einen vollständigen Überblick bietet unser Leitfaden zur Mehrwertsteuer im Vereinigten Königreich.
Häufige Fragen
Muss ich mich für UK VAT registrieren, wenn ich in DDP verkaufe?
Sehr häufig ja, besonders wenn Sie als Verkäufer die Einfuhr organisieren, Waren im UK lagern oder nach dem Import lokal weiterverkaufen.
Reicht eine EU-USt-IdNr für Großbritannien?
Nein. Nach dem Brexit können eine GB VAT number, eine EORI GB und britische HMRC-Erklärungen erforderlich sein.
Was ist PIVA in Großbritannien?
PIVA erlaubt registrierten UK-Importeuren, die Einfuhrumsatzsteuer in der UK VAT return zu erklären, statt sie direkt bei der Einfuhr zu zahlen.
Betroffene Länder